Bildungsgerechtigkeit im Blickpunkt - Schultüten für Referenten

Landespolitik

Die bayerische Schul- und Bildungspolitik stand im Mittelpunkt einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, zur der die SPD-Landtagskandidaten Volkmar Halbleib und Marco Schneider Lehrer, Eltern, Schüler und interessierte Bürger zum Schuljahresbeginn ins Haus der Begegnung nach Veitshöchheim eingeladen hatten.

Der Bildungsexperte und Autor zahlreicher Bücher Jonas Lanig aus Nürnberg kritisierte, dass in keinem Bundesland die Bildungschancen so ungerecht verteilt sind wie in Bayern. Die Chancen eines Beamtenkindes auf das Abitur über 10 mal größer als die eines Arbeiterkindes. Die Zahl der Arbeiterkinder an den Universitäten habe sich in den letzten 15 Jahren halbiert. Auch ein dramatisches Stadt-Land-Gefälle beim Besuch weiterführender Schulen sei in Bayern festzustellen. „Leider ist die Bildungsbeteiligung keine Frage der Leistung, sondern eher eine des Wohnorts“, so Lanig. Ausgleich könnte hier eine gutes Ganztagsschulangebot, eine längere gemeinsame Schulzeit und gut ausgebildete Lehrer, um Begabungen von Kindern aus bildungsfernen Familien besser zur erkennen und gezielt fördern können.

Hanna Rosenthal forderte aufgrund Ihrer persönlichen Erfahrungen und eigener Studien eine Umkehr vom dreigliedrigen Schulsystem hin zu einer Gemeinschaftsschule. Dort könnten die aus dem dreigliedrigen Schulsystem entstehenden Probleme vermieden werden.

Landtagsabgeordnete Karin Pranghofer, Spitzenkandidatin der Unterfränkischen SPD, will „keine Rückkehr zu den ideologischen Debatten der 70er Jahre“, sondern möglichst rasch konkrete Verbesserungen erreichen. Sie setzt auf eine bayerische Bildungs-Milliarde, um mehr Lehrer und kleinere Klassen sowie den Ausbau von Ganztagsschulen zu finanzieren. „Damit ermöglichen wir baldmöglichst eine bessere Förderung des einzelnen Kindes“. Sie brach aber auch eine Lanze für Regionalschulen. „Warum soll es dort, wo die verantwortlichen Kommunalpolitiker, die Eltern und die Schulleitungen dies wollen, nicht eine längere gemeinsame Schulzeit oder ein Real- und Hauptschulangebot an einer Schule geben?“, so die Frage der Aschaffenburger Politikerin. SPD-Landtagskandidat Volkmar Halbleib warnte insbesondere vor einem Hauptschulsterben im Landkreis Würzburg, wenn die bisherige Linie der Politik fortgesetzt würde.

BU: Symbolische Schultüten als Dankeschön bekamen die Referenten der Bildungsveranstaltung in Veitshöchheim überreicht. Von links nach rechts: SPD-Landtagskandidat Marco Schneider, MdL Karin Pranghofer, Volkmar Halbleib, Hanna Rosenthal, Bildungsexperte Jonas Lanig.

 
 

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