Informationsbesuch beim Integrativen Kindergarten in Veitshöchheim: „Neues Kindergartengesetz erschwert Kinderbetreuung"

Landespolitik

Das vor vier Jahren eingeführte Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) hat sich mittlerweile eher als Hindernis zu einer verbesserter Kinderbetreuung und Bildung erwiesen. Dies war das Ergebnis eines Informationsbesuchs von Landtagsabgeordneter Karin Radermacher sowie der SPD-Landtagskandidaten Volkmar Halbleib und Marco Schneider beim Integrativen Kinderhaus der Arbeitswohlfahrt (AWO) in Veitshöchheim.

Seit Einführung bescherte das Gesetz dem Kindergartenträger immer wieder Defizite beklagten die Veitshöchheimer AWO-Vorsitzende Ingrid Schinagl und Geschäftsführerin Brigitte Will. Durch langfristige Vorfinanzierungen von Personalkosten und fehlende Planungssicherheit sind die notwendigen Rücklagen erheblich geschrumpft. „Das neue System, das die stundenweise Buchung von Kinderbetreuung ermöglicht, verursacht nicht nur erheblichen Verwaltungsaufwand, sondern auch erhebliche Mehrkosten im Personalbereich“, weiß auch Landtagsabgeordnete Karin Radermacher.

Auch die zunehmend angespannten familiären Situationen würden durch das Gesetz zu wenig berücksichtigt, erfahren die Politiker vor Ort. 1999 waren im Schnitt 10 Prozent aller Mütter berufstätig, inzwischen sind es 95 Prozent. Bekamen 1999 nur 12 Kinder warmes Mittagessen, sind es heute 62. Die erforderlichen, ausgedehnten Öffnungszeiten oder das Personal für die Zubereitung von gesundem Essen können mit den Basisbeträgen des Freistaates Bayern nicht finanziert werden. „Bayernweit ist leider der Trend erkennbar, dass die Buchungsstunden als Fördergrundlage pro Kind dazu führen, dass Erzieherinnen immer stärker belastet werden. Das Gesetz hat die Qualität der Kinderbetreuung leider nicht verbessert.“, so Ingrid Schinagl. Mitarbeiter können häufig nicht mehr tarif- und leistungsgerecht bezahlt werden und die Träger können sich erfahrene, ältere Mitarbeiterinnen eigentlich nicht mehr leisten.“ Marco Schneider und Volkmar Halbleib sicherten zu, sich als Landtagsabgeordnete für eine Verbesserung der Kindergarten-Förderung einzusetzen.

Für ein neues Spielgerät überreichte SPD-Landtagskandidat Volkmar Halbleib 200 Euro an den AWO-Kindergarten. „Das sind zwei von insgesamt zwölf Kilo unter Mühen verlorenes Lebendgewicht.“ Halbleib spendet im Rahmen der Sportaktion des Kreistages für jedes abgespeckte Kilo 100 Euro für einen gemeinnützigen Zweck.

Darüber freuen sich (Bild 1 von links nach rechts): Gemeinderätin Marlene Goßmann, AWO-Vorsitzende Ingrid Schinagl, Volkmar Halbleib, Geschäftsführerin Brigitte Will, Gemeinderätin Elfriede Fleischer, SPD-Vorsitzende Gertraud Azar, Katja Goll und Hildegard Götz vom AWO-Vorstand, Landtagsabgeordnete Karin Radermacher und SPD-Landtagskandidat Marco Schneider.

 
 

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