Der CSU-Politiker Günther Beckstein hält Autofahren nach zwei Litern Bier für vertretbar. "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich", sagte Beckstein am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk.
SPD-Landtagskandidat Marco Schneider, selbst laut eigenem Bekunden eher Weintrinker, will diese Aussage des Ministerpräsidenten nicht unwidersprochen stehen lassen. "Alkohol am Steuer so zu verharmlosen ist gerade gegenüber der Jugend im Freistaat grob fahrlässig. Beckstein wiesheut, wenn er Alkohol am Steuer gutheißt."
Schneider spielt damit auf den ehemaligen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu an. Im Oktober 1983 verursachte Wiesheu einen schweren Verkehrsunfall, bei dem eine Person getötet und eine weitere schwer verletzte wurde. Wiesheu stand unter erheblichem Alkoholeinfluss (1,75 Promille). Er trat vier Wochen später als Generalsekretär der CSU zurück, wurde zu 12 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt und zehn Jahre später pikanterweise Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.
"Man fragt sich bei solchen Äußerungen schon auch: wieviele Maß hatte Beckstein intus, als er mit Stoiber und Huber das G8 ausheckte, das Büchergeld beschloss oder den Transrapid auf die Schiene heben wollte. Wenn so Politik in Bayern gemacht wird, dann muss ich wohl noch etwas an meiner Trinkfestigkeit üben", so Schneider süffisant.